1 Mai 2012 - / dpa
Der «King» lebt in einem hessischen Verein weiter Von Carolin Eckenfels,

Elvis Presley war Sänger, Schauspieler, Legende - und ein bisschen auch Wetterauer.

Von Oktober 1958 bis März 1960 lebte er als Soldat in Friedberg und im nahen Bad Nauheim. Genug Zeit, um Spuren in den beiden Städten zu hinterlassen, meinen die Fans des «King of Rock 'n' Roll». Mit ihrem Elvis Presley-Verein Bad Nauheim-Friedberg wollen sie das - mittelhessische - Andenken an ihr Idol bewahren.

«Unser Motto lautet: Von Fans, für Fans», erklärt Mitglied und Zeitzeuge Claus-Kurt Ilge. Der 69-Jährige hatte nach eigenen Angaben das große Glück, Elvis zu treffen und möchte nun mit dafür sorgen, dass der Musiker nicht vergessen wird. Gründungsmitglied Elvira Spohn fügt hinzu: «Es ist ein Fakt, dass Elvis hier stationiert war. Daher fühlen wir uns verpflichtet, Erinnerungen an ihn wach zu halten.»

Der Verein wurde 1998 gegründet und hat etwa 200 Mitglieder, nicht allein in der Wetterau, sondern verstreut in Deutschland und Europa. Die Club-Mitglieder bieten Treffen für Gleichgesinnte, organisieren Fahrten auf den Spuren von Elvis, Konzerte oder Ausstellungen. Credo: Historisch korrekt muss es sein. Mit Blick auf andere Elvis-Angebote in der Region befindet Ilge: «Da wird viel aufgebauscht, was ich als Zeitzeuge nicht billigen kann. Da kämpfen wir auch dagegen.»

Elvis kam als US-Soldat in die Wetterau. Dienst schieben musste er in der Friedberger Kaserne, den Ray Barracks. Gewohnt hat er aber im wenige Kilometer entfernten Bad Nauheim, zunächst in einem Hotel, danach in einer Villa. Eine wichtige Zeit für die Mitglieder des Vereins. Elvis begleitet viele von ihnen schon ein Leben lang. Die 63-jährige Elvira Spohn etwa sagt: «Uns zittern die Knie, wenn wir die alten Sachen hören, die wir als Kids schon hörten. Elvis hatte eine einmalige Stimme, das gibt es nicht noch einmal.» Und der «King» stehe ja nicht nur für Rock 'n' Roll. «Er beherrschte Blues, Country, Balladen, Gospel.

Er war sehr vielseitig.» Claus-Kurt Ilge erzählt: «Ich fand seine Musik schon immer gut, ich finde sie auch heute noch klasse.» Nicht zu vergessen die Filme, eben das ganze Lebenswerk Presleys. Vereinsmitglied Marga Muth (61) war als Backfisch noch Fan der Lords und Beatles, dann aber hatte es ihr der «King» angetan. Ihr Mann, Vorstandsmitglied Jürgen Muth, ist seit Ende der 1960er Jahre Elvis-Fan und hat mittlerweile nach eigenen Angaben eine große Sammlung Platten, Filme, Plakate und Fotos zusammengetragen.

Die Bedeutung des Künstlers würdigten aber weder Bad Nauheim noch Friedberg angemessen, finden die Vereinsmitglieder. Sicher, es gebe da eine Stele in Bad Nauheim und ein Festival, einen Elvis-Platz und einen Verkehrskreisel mit Denkmal in Friedberg. Das reicht dem Verein aber nicht - zumal Originalschauplätze wie die Ray Barracks nach dem Abzug der US-Amerikaner nicht genutzt würden. Zufrieden ist Vorstandsmitglied Muth dagegen mittlerweile mit der eingeschlagenen Richtung des Vereins.

Der sei endlich einer von und für Fans, nachdem der frühere Vorstand vor ein paar Jahren abgewählt worden sei. Vereinsmeierei? Das finden die Mitglieder nicht. «Seit 2008 geht es endlich um Elvis», sagt Muth. Vorher habe doch nur kommunale Werbung im Vordergrund gestanden, betont der 56-jährige Wiesbadener. Was die Vereinsmitglieder auch stört: «Wir sind eigentlich als Spinner verschrien, werden ausgelacht oder verspottet», erzählt Elvira Spohn. Dabei sei das Engagement ernst gemeint und auch im Interesse der Städte.

Vor allem hoffen die Vereinsmitglieder, dass ihr Herzensprojekt eines Tages Realität wird: Den Capri-Club in den Ray Barracks wieder auferstehen zu lassen. Dort soll sich auch Elvis aufgehalten haben. Der Verein möchte daraus gern einen Veranstaltungsort machen und am liebsten ein Museum. Genügend Exponate hätten sie für eine Elvis-Ausstellung ja. «Wir könnten mit unseren Sammelstücken schon Häuser füllen», sagt Jürgen Muth.
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